Mittwoch, 18. Februar 2015

es tut sich was

die lk-wahl naht und es tut sich was. in der krone ist ein leserbrief von bezirks- und landeskandidat mitmasser erschienen. und in der melker zeitung stand neben einem einspalter vom bauernschwund ein dreispalter von der wahlplattform der freiheitlichen und unabhängigen bauern.

bezirkshäuptling gruber-doberer natürlich verweist darauf, dass die bauern schon wissen, wer für sie 5 jahre lang laufe im vergleich zu anderen, die 14 tage vor der wahl radau machen. ich kenne die arbeit des ubv in den letzten 5 jahren. untätig war der sicher nicht. ich kenne auch die aktivitäten von nationalrat jannach, der meiner meinung wirklich fundiert arbeitet und die övp-internen ausverkäufe bäuerlicher interessen schonungslos aufdeckt.

fairerweise weise ich drauf hin - wie schon einmal weiter unten - dass dem unabhängigen bauernverband kein millionen-budget, keine unterstützung durch eine bundespartei und keine durch andere einkommensquellengesponserten berufsfunktionäre zur verfügung stehen. dass der ubv dadurch in seiner arbeit eingeschränkt ist und die aktivitäten medial schwer transportiert werden können, hinterlässt bei vielen den eindruck, der verein wäre fünf jahre einfach untätig. was aber nicht stimmt.




Samstag, 7. Februar 2015

lohnsteuer runter

politisch auf dem drücker sind derzeit arbeiterkammer und ögb mit ihrer initiative "lohnsteuer runter". es ist grundsätzlich nachvollziehbar, dass die doppelbelastung von sv-beiträgen und lohnsteuer wirklich zu den absolut höchsten belastungssätzen führt. abgesehen von den belastungssätzen der bäuerlichen sozialversicherung für bauern. im schnitt der jahre 2011 bis 2013 hab ich ca. 50 % meines bruttoeinkommens (basis einnahmen-ausgaben-rechnung für die arbeitskreis-auswertung) für jährlich ca. eur 14.000,- sozialversicherungsbeiträge bezahlt. bei einem einheitswert knapp über eur 50.000,-, 27 ha ackerland, 2,5 ha bio-obst und 11 ha wald. also kein besonders großer betrieb.

der umstand, 50 % und mehr des bruttoertrags des landwirtschaftlichen betriebes an sv-beiträgen abführen zu müssen, trifft vermutlich 80 % oder mehr der bäuerlichen betriebe.

die einzelnen organsisationen überbieten sich in der forderung der höhe der entlastung der lohnsteuerzahler. wir als bauern wissen bereits, was am ende des tages rauskommt. es werden scheinrechnungen angestellt, wie man diese entlastung finanziert. die einnahmen werden wesentlich hinter den erwartungen zurückbleiben. ein bis zwei jahre nach der nächsten nationalratswahl wird uns ein sparpaket treffen, weil es wieder mal hinten und vorne nicht zusammengeht. und wir wissen auch schon, wen es treffen wird. die bösen großbauern werden vorgeschoben und bezahlen werden es alle. so wie beim letzten sparpaket, das mir mind. doppelt so viel gekostet hat als dem damaligen vizekanzler michael spindelegger. obwohl der sicherlich ein vielfaches an einkommen hat als ich.

und das allerbeste. die neu erfundenen und erhöhten belastungen wurden erst nach der letzten nr-wahl den bauern ins haus bescheidmäßig zugestellt, und das rückwirkend für ca. eineinhalb jahre. den bauern gefällts offenbar, denn sie wählen den mittäter bauernbund wieder in hohem ausmass.


 

bienensterben

als konventioneller ackerbauer steht man ja immer wieder irgendwie als böser bienenmörder im raum. auch wenn das in den meisten fällen nicht sachlich begründbar ist. wenn ich keine blühenden bestände mit pflanzenschutzmitteln behandle, nur bienenungefährliche mittel einsetze und möglichst abends nach dem flug der bienen arbeite, geh ich mal davon aus, dass ich keinen schaden bei bestäubenden insekten anrichte.

fairerweise muss auch gesagt werden, dass die bestäubungsleistung der biene bei vielen früchten überschätzt wird. die biene fliegt nur ab einer gewissen außentemperatur, nur bei windstille und sonnenschein. das ist meist dei der obstblüte nicht der fall. drum sind obstbauern mit hummeln und mauerbienen möglicherweise etwas besser aufgestellt.

eine interessante information bekam ich vom institut für bienenkunde. eine nicht zu unterschätzende gefahr für bienen ist das zusammenmischen von verschiedenen wirkstoffen. die wirkstoffe sind alleine angewendet für die bienen harmlos. zusammen können sie hochgiftig sein. teilweise wird auf diese gefährliche kombination im beipackzettel hingewiesen. vieles davon ist leider noch nicht ausreichend erforscht, doch das zu erforschen ist politisch nicht gewollt. sonst würde man dafür kapazitäten zur verfügung stellen.

warum wissen die bauern nichts über die für bienen gefährliche kombinationswirkung von wirkstoffen? weil man sie ihnen nicht sagt. weil man bauern bewusst im unwissen lässt. warum lese ich nichts davon in den fünf oder sechs agrarmedien, die monat für monat ins haus flattern? die antwort ist ganz einfach. sie finden sie in den ganz- und halbseitigen bezahlten inseraten der pflanzenschutzmittelindustrie, die einen wesentlichen teil der einnahmen dieser agrarmedien ausmachen. wer sechs- und sieben-stellige werbeeinnahmen auf diesem weg verbucht, wird nicht auf die idee kommen, schlafende hunde wie die für bienen gefährliche kombinations-anwendung von pflanzenschutzmitteln wecken. und die politik will diese schlafenden hunde auch nicht wecken.

ruhe wird herrschen bis die imker drauf kommen, dass der hase im pfeffer liegt oder besser ausgedrückt die biene tot im bienenstock oder gar nicht mehr im bienenstock, weil draußen verloren gegangen.

ich hoffe, dass die vernunft einkehrt und raschest diese kombinationswirkung von pflanzenschutzmitteln auf bienen erforscht wird. die bauern haben kein interesse, bienen oder andere bestäubenden insekten umzubringen. man muss sie nur darüber aufklären, was sie zum schutz der bienen machen können und was sie nicht machen respektive kombinieren dürfen.

die grundsätzliche frage lautet daher: geht man dieses thema freiwillig an, aus verantwortung für natur und umwelt, oder wartet man auf die medienkeule, die ein rasches unkoordiniertes überzogenes handeln erzwingt und die bauern wieder in ein böses umweltzerstörerisches eck drängt?



Freitag, 6. Februar 2015

macht-missbrauch

als langjährig bekannter kritiker der jägerschutzgemeinschaft bauernbund frage ich mich, ob in manchen organisationen nicht ein gewisser machtmissbrauch durch ebendiese organisation gang und gäbe ist.

es ist zb. zwecklos, sich für bestimmte aufgaben in bestimmten organisationen zu bewerben. man bekommt idr. nicht mal eine antwort. es ist auch zwecklos, wichtige informationen zu liefern. sie werden ignoriert. ich bin zb. als referent tätig und bot an, in einem arbeitskreis kostenlos einen vortrag zum thema zeitmanagement zu halten. keine antwort. ich konfrontierte einen herrn mit der tatsache, dass ein bestimmter sitz auf eine maschine höchst gesundheitsgefährlich ist. er herr erkennt das problem und will in einem zeitungsartikel darauf hinweisen. doch zu diesem zeitungsartikel kommt es nicht.

es ist ungeschriebenes gesetz, dass man verkehrt denkenden in diesen politisch beeinflussten bereichen ja keine plattform bieten darf. und das sind sehr weitläufige bereiche, von denen man auch eine gewisse unparteilichkeit erwarten können sollte.

ich bin zuversichtlich, dass mit einem höheren anteil an nicht-jägerschutzbündlern in den kammergremien auch das bewusstsein steigt, dass verschiedene ansichten zu verschiedenen themen erlaubt sind und dass meinungsfreiheit nicht wie pest und cholera zugleich auf die zwangsmitglieder wirkt. 

insider-geschäfte

ich befasse mich gerne und oft auch mit bauernkritischen informationen. weil es wichtig ist, welches bild wir in der öffentlichkeit hinterlassen. viele unserer derzeitigen probleme in der öffentlichen wahrnehmung sind darauf zurückzuführen, dass wir uns lange zeit nicht über das bild in der öffentlichkeit gekümmert haben und es leichtfertig irgendwelchen standesvertretern überlassen haben.

so bin ich über das "schwarzbuch landwirtschaft" gestolpert, das ich nicht unkommentiert lassen will. einige denkansätze sind nicht falsch. landwirtschaft aus der sicht eines ideologisch aus einer bestimmten richtung beeinflussten buchautors präsentiert zu bekommen ist nicht uninteressant. insgesamt ist das buch aber sehr oberflächlich recherchiert und tendentiell. insbesondere die lieblingsfeindbilder der linken österreichischen reichshälfte werden bedient. raiffeisen, kammern, multifunktionäre, böse subventionsempfänger. den hintergründen und der geschichte dieser zustände nachzugehen, war nicht erklärte aufgabe des autors.

ich lese das buch und erfahre, dass eine mir bekannte kammerfunktionärin ca. eur 55.000,- an stierprämien bekommt. ist so. zufällig ruft mich der gatte der dame an und ich erwähne beiläufig, dass seine frau im schwarzbuch landwirtschaft erwähnt wird. ca. 10 min später ruft mich die dame  selber an und erklärt mir, dass es unbedingt notwendig sei, eur 55.000,- an prämie für diese hohe qualität an rindfleisch zu bekommen. ich weise sie darauf hin, dass mit dieser summe mehr als 7 mindestsicherungsempfänger auskommen müssten. andererseits kenne ich rindermäster, die blöderweise ein oder zwei jahre zu spät ihren rinderstall gebaut haben und deswegen nun keine eur 50.000,- für die erzeugung ihres hochwertigen rindfleisches bekommen. ist das fair?

man dürfe große und kleine bauern nicht auseinander dividieren, zusammenhalten ist die devise. ich weiss inzwischen, was damit gemeint ist. das system braucht die kleinen bauern, um sie beim durchdrücken von privilegien für die großen vorschieben zu können. so ähnlich wie bei den letzten öpul-verhandlungen, wo immer wieder die vielen biobauern in österreich vorgeschoben wurden, aber ihr etat nicht merklich erhöht werden sollte. keine sorge, das läuft in anderen interessensvertretungen nicht anders. die arme alleinerziehende mutter wird vorgeschoben, um ein gesamtsystem drüber zu retten, das leuten vorteile bringt, die für die allgemeinheit so nicht nachvollziehbar sind.

aufgrund eines anderen hinweises drängt sich nun ein ganz neuer verdacht auf. es ist verdächtig, dass bestimmte gruppen auffällig hohe fördersummen kassieren. hatten kammerfunktionäre und bestimmte andere funktionäre insider-informationen, um mit vorsätzlich manipulierten daten oder "kluges wirtschaftliches handeln" wie vorübergehendes einstellen von einstellern in der folge sehr hohe fördersummen zu lukrieren?

ich halte neid für eine form von charakterschwäche. nur wenn ein betrieb auf diese art und weise vom staat und der eu jedes jahr 1,2 oder 3 ha ackerland geschenkt bekommt, dann ist das irgendwie wettbewerbsverzerrend und nicht fair. 

glücksritter bei der lk-wahl?

missionierend zieht der bauernbund durchs land und warnt vor glücksrittern, die immer nur vor einer wahl auftreten und von denen man nach der wahl fünf jahre nichts mehr hört. es mag schon stimmen, dass man von gruppierungen, die nicht in gremien gewählt werden, in den jahren nach der wahl nichts hört. oft haben diese gruppierungen keine dauerhafte organisationsstruktur. oft rückt erst das bewusstsein für eine kandidatur dann ins sichtfeld, wenn sich die wahl ankündigt.

fairerweise sollte man auch erwähnen, dass ein platzesel mit ca. 90 % wählerstimmenanteil vereins- und parteistrukturen hat, die kleingruppierungen nicht haben. und auch keine funktionärsclique. während der bauernbund zb. auf viele multifunktionäre zurückgreifen kann und eine struktur, die den  bürger mit dauerpropaganda belästigt, gehen wahlwerbende kleingruppen fast ausschließlich mit aktiven bauern in den wahlkampf, die in erster linie ihren unterhalt mit praktischer arbeit verdienen und nicht mit irgendeinem funktionärs(un)wesen. dass da langfristige vorbereitungen und die entwicklung ausgeklügelter strategien zu kurz kommen, mag zwar verstören, aber es soll in keiner form über diesen wettbewerbsvorteil der großen hinweg getäuscht werden.

die chance der kleinen ist, dass vieles, das in der kammerstruktur läuft, endlich bei jedem kammermitglied ankommt.

Mittwoch, 4. Februar 2015

nixs mehr gratis? / landschaftselemente

etwas erstaunt reagierten bauern, die sich für das programm ubb und bio im neuen öpul registrieren ließen, auf die art und weise der digitalisierung der landschaftselemente.

in der ersten ausschreibung im dezember 2014 wurden die bauern gebeten bekanntzugeben, ob sie auf der bbk oder mittels e-ama die verantwortlichkeit für landschaftselemente sowie deren digitalisierung durchführen wollen. die durchführung durch die kammer sei mit kosten verbunden. jetzt fragen sich natürlich viele, wozu die kammer eigentlich noch da ist. die brösel sind aber nicht neu. schon einige zeit werden digitalisierungen nur mehr bis 15 minuten gratis durchgeführt und für die zeit darüber werden kosten berechnet.

wenn dann bei nachdigitalisierungen flächen reduziert werden, obwohl die bauern ihre flächen nach bestem wissen und gewissen gemeldet haben, es zu teilweise rückwirkenden förderrückzahlungen kommt, und fürs nachdigitalisieren auch noch kosten anfallen, das nervt nachvollziehbar wirklich.

interessant ist bei der förderung der landschaftselemente der vollkommen unterschiedliche satz für einzelbäume und baumstreifen. vor meinem haus stehen 37 pappeln jeweils in einem meter abstand. würde ich je 5 bäume umschneiden und jeden 6. stehenlassen, dann zählt das als 7 bäume a 100 qm, also 700 qm landschaftselemente. jetzt ist es ein baumstreifen, der ca. 4 m breit ist, wovon beiderseits je 25 % abgezogen werden. 37 laufmeter mal 2 m ergibt 74 qm landschaftselemente.

auch die vorerfassung ist in meinem fall ziemlich lückenhaft. von 7 gruppen landschaftselemente scheinen nur 3 in der vorerfassung auf. den rest kann ich selbst digitalisieren, einen referenzflächen-änderungsantrag stellen und das ganze mit fotos dokumentieren. und ein bisschen glück hab ich auch. einen teil der fast 440 landschaftsbäume hab ich weiter als 5 m gepflanzt, womit sie jetzt als einzelbäume akzeptiert werden. die rund 1,8 ha pappeln in den energieholzflächen werden nicht angerechnet, da sie auf flächen über 10 ar stehen und entweder als wald oder als energieholzfläche behandelt werden.

den zrikus mit der erfassung der lse auf der kammer will ich jetzt nicht miterleben. damit werden bauern und kammer, ja ein ganzes system beschäftigt.