Freitag, 19. April 2013

agrarbürokratie oder beschäftigungstherapie?

beim planen meiner fruchtfolge wäre ich fast über ein detail gestolpert. nach aufgabe meiner tierhaltung und der reduzierung der kürbisanbaufläche auf 7 % der ackerfläche hätte ich fast einen kolossalen verstoss gegen die cross-compliance-regeln begangen. wer mind. 5 ha bewirtschaftet und weniger als eine gewisse gve-zahl pro ha hat, muss mind. 15 % seiner flächen mit anderen kulturen als getreide und mais bestellen. das stell ich mir in der umsetzung wirklich lustig vor. wenn am jahresende rauskommt, dass die gve-zahl leicht unterschritten wurde, werde ich damit automatisch straffällig. welche intelligenzia solche regeln verbricht, ist für menschen, die zumindest mit einem durchschnitt an hausverstand ausgestattet ist, nicht nachvollziehbar.

die einhaltung der mind. 15 % nicht-getreide und -mais wird bei der entgegennahme des ama-antrages nicht überprüft! 

anderes beispiel begrünungsmassnahmen.

nehmen wir an, zwei betriebe begrünen je 3 ha. der eine bekommt für 2 ha eine prämie, der andere für 3 ha. beide erbringen die selbe ökologische leistung. warum unterschiedliche prämien? der erste bewirtschaftet nur 5 ha und bekommt für max. 40 % seiner fläche eine prämie. genau das muss gemeint sein, wenn es heißt, dass gerade kleinbetriebe gestärkt werden müssen.

nächstes beispiel mindestbegrünungsflächen

mind. 25 % der fläche muss auf den verpflichtungszeitraum begrünt werden. jetzt kann es mal vorkommen, dass nicht ausreichend viele feldfrüchte früh genug räumen, die bodenverhältnisse sehr nass sind. damit wird der landwirt dazu genötigt, noch schnell samenkörner in den boden zu schmieren, von denen er weiss, dass sie keine überlebenschance haben. außer bodenschaden wird das nichts angerichtet.

beispiel sachkundenachweis

in jedem bundesland wird das inzwischen einheitliche europäische pflanzenschutzmittelgesetz anders umgesetzt. besonders lustig ist die anwendung, wenn ein betrieb mit sitz im burgenland, auf flächen in nö. pflanzenschutzmittal anwendet, die er in der steiermark gekauft hat. für ausreichend arbeit ist gesorgt.

wir werden sehen, ob die agrar-bürokraten was dazulernen.

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